Klasse EG01 im Zeitzeugengespräch mit dem kalifornischen Schriftsteller Rolf Gompertz

Am Dienstag, dem 5. April hatte die Klasse EG01 im Religionsunterricht Besuch von dem in Krefeld geborenen und heute in Kalifornien lebenden Schriftsteller Rolf Gompertz, der sich im Moment im Rahmen der jüdischen Kulturwochen in Krefeld aufhält.

Gompertz berichtete den Schülern über seine Kinderzeit als Jude in Krefeld, das Erlebnis der Reichsprogromnacht und die Flucht nach Amerika, die ihm und seinen Eltern das Leben rettete, während die Hälfte seiner Familie ermordet wurde.
Er erzählte aber auch davon, wie er wieder Kontakt nach Deutschland bekam, als Schüler des Moltke Gymnasiums mit ihrer Lehrerin Renate Starck Kontakt zu den geflohenen Krefelder Juden aufnahmen und über seine Zweifel, ob er 1987 der Einladung  von Stadt Krefeld und der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen folgen sollte, als aufgrund des entstandenen Kontaktes alle ehemaligen Krefelder Juden eingeladen wurden. Er kam zurück und traf anständige Menschen, von denen einige zu Freunden wurdenEr  wurde eingeladen, die Gedenkrede anlässlich des 50-jährigen Andenkens der Reichsprogromnacht und der Zerstörung der Krefelder Synagoge zu halten.
Es war die schwerste Rede seines Lebens. Sie gipfelte in der Frage, wie er sich als  christlich und deutsch geborener Junge verhalten hätte, wie weit er an dem System teilgenommen hätte.
Intensiveren Kontakt nach Krefeld bekam er dann über die Schüler aus der HöTech am BKU und ihren Religionslehrer Pfr. Schäfer, die die zerstörte Synagoge virtuell wieder erstellt hatten.  Es entstand ein intensiver Mailkontakt und eine Freundschaft, aus denen heraus die Übersetzung und Veröffentlichung seines ersten Romans „Jesus- mein jüdischer Bruder“ auf deutsch entstand.
Infolge der Einladung zu seinem dritten Krefeldbesuch begann Gompertz , wieder seine Muttersprache zu üben, die lange Jahre für ihn keine Bedeutung mehr gehabt hatte, um mit den jungen Deutschen ins Gespräch kommen  zu können.
Die Schüler waren beeindruckt von dem 83-Jährigen, der mehr über Verständigung und Versöhnung erzählte und vermittelte als über die Bitterkeit der Erfahrungen des Holocaust. Das hatten sie so nicht erwartet, aber es hat sie ungemein beeindruckt.
Wir wünschen Rolf Gompertz alles Gute für seinen Heimweg  und seinen weiteren Lebensweg. Und vielleicht einen vierten Besuch bei Freunden in Krefeld.