Krefeld. Eine Premiere ging jetzt im Überbetrieblichen Ausbildungszentrum (ÜBA) der Kfz-Innung in Krefeld an der Hansastraße 61 über die Bühne: Erstmals wurden acht Lehrer des Berufskollegs Uerdingen im ÜBA geschult – sie lernten neueste Kfz-Technik kennen.
Im Kfz-Schulungsraum saßen die acht Pädagogen des Berufskollegs Uerdingen und die vier Kfz-Meister des ÜBA an einem großen Tisch und hörten Michael Strate zu. Der ist Trainer für den BMW-Konzern, war aus Dorsten angereist und hatte jede Menge Informationen über BMW-Fahrzeuge der neuesten Generation mitgebracht.
Mit Hilfe einer technischen Online-Datenbank lernten die Zuhörer alles über den neben ihnen stehenden BMW 118d kennen, den der Autokonzern vor kurzem dem ÜBA zur Verfügung gestellt hatte. In dem rund 40.000 Euro teuren Wagen „sind die modernsten Systeme eingebaut, die es zurzeit gibt“, wie Gordon Blaschke von der BMW AG erläutert: Dazu gehören beispielsweise LED-Licht, Dämpfertechnologie mit Fahrwerkseinstellung, eine Energierückgewinnung, die über die Bremse die Batterie lädt, sowie diverse kameragestützte Assistenzsysteme. Für das ÜBA ist es wichtig, über aktuelle Technik zu verfügen, damit die angehenden Kfz-Mechatroniker auf dem neuesten Stand ausgebildet werden. Dabei unterstützen Auto-Hersteller und –Händler das Ausbildungszentrum.
Dass die Lehrer, die am Berufskolleg Uerdingen die sogenannten Lernfelder der Kfz-Technik unterrichten, und die Kfz-Meister des ÜBA die Möglichkeit zur ersten Einweisung in dieser praxisorientierten Form bekommen haben, haben sie mehreren Unterstützern zu verdanken. Der BMW-Konzern stellte nicht nur den 118d zur Verfügung, er schaltete auch kostenlos den Online-Zugang zur Datenbank frei. Das kostet normalerweise 4.100 Euro pro Jahr. Die Kosten für die Schulung übernahm das Autohaus Becker Klausmann in Krefeld. Das Autohaus war an dem Einweisungstag durch Geschäftsführer Jan Klausmann vertreten, der sich extra die Zeit dafür genommen hatte.
Die Premiere hatte auch einen „geistigen Vater“: Wolfgang Mennen, Leiter des Überbetrieblichen Ausbildungszentrums und selbst Kfz-Meister, hatte die Idee zu dieser Form der Schulung. Mit seiner Initiative fand er offene Ohren beim BMW-Konzern und bei Jan Klausmann. „Etwa zwei Monate Vorlaufzeit habe ich gebraucht", sagte Mennen. „Heute werden Lehrer und Kfz-Meister von 8 bis etwa 16 oder 17 Uhr unterrichtet. Der Stoff ist reichhaltig.“ Trainer Michael Strate erklärte nicht nur, sondern beantwortete auch Nachfragen der Lehrer, zum Beispiel zur Bordelektronik.
Die Lehrer waren sehr angetan von der Schulung. „Das ist eine innovative Idee“, sagte ein Teilnehmer. Und eine Kollegin ergänzte: „Wir lernen auf diesem Weg die Diagnose in übergreifenden Systemen kennen. Das ist gut für uns und unseren Unterricht.“ Wolfgang Mennen hat noch eine weitere Idee: Als nächstes Fahrzeug möchte er ein Elektroauto für das ÜBA beantragen – damit die Auszubildenden auch in diesem Bereich praxisnah lernen können.
Über die Kreishandwerkerschaft Niederrhein:
Die Kreishandwerkerschaft Niederrhein vertritt als regionale Unternehmensorganisation die Interessen von mehr als 12.000 Handwerksbetrieben in der Region. Diese Unternehmen beschäftigen etwa 51.600 Mitarbeiter und erwirtschaften einen jährlichen Umsatz von fast 5,1 Mrd. Euro. Die Kreishandwerkerschaft Niederrhein ist die größte Kreishandwerkerschaft in Deutschland. Über 40 Innungen haben in der Region ihren Sitz.