Schon gegen 8.45 Uhr hatten sich die Teilnehmer vor Tor 1 des Chemieparks eingefunden.
Nach Kontrolle durch den Werksschutz gab es durch den Leiter des "Büros Bürgerdialog" des Chemieparks, Herrn Mario Bernards, für die Gruppe eine Einführung in die Konzeption und die Geschichte des Chemparks in Uerdingen, den man ja von früher nur als "Bayerwerk" kannte. Er informierte auch über Karriereaussichten im Bereich Chemie und die Bedeutung der Akzeptanz der chemischen Industrie durch die Bürger vor Ort.
Danach ging es mit dem Bus vorbei an brummenden Betrieben und unter vielen Rohren und Leitungen hinweg zum Adipinsäurebetrieb der Firma LANXESS. Hier gab es für die rund 15 Schülerinnen und Schüler eine Einführung in die Herstellung und die Verwendung von Adipinsäure. Der 1. Betriebsleiter persönlich, Herr Dr. Schälike, informierte bildreich und konnte mit Informationen über den Prozess der Adipinsäureproduktion und Zahlen über Stoffmengenumsätze und Energiebeträge das Interesse wecken. Er berichtete auch über seinen Werdegang vom Schüler, der auch einen Chemie-LK belegt hatte, über seine Doktorarbeit bis hin zu seiner Tätigkeit jetzt als verantwortlichem Leiter der Adipinsäureproduktion.
Auch Umweltaspekte wurden beleuchtet. So entfernt das Werk in Uerdingen sämtliches Lachgas (N2O), das bei der Produktion anfällt und das ein über 300 mal problematischeres Treibhausgas als CO2 ist, vollständig aus dem Abgas.
Im Anschluss dann wurde unter Leitung des Betriebsmeisters, Herrn Davids, eine Betriebsbegehung über mehrere Etagen durchgeführt, vorbei an Kesseln, Apparaten, Zentrifugen, Rohrleitungen, Trocknern, Reaktoren etc.. Auch die Messwarte und das Betriebslabor wurden erkundet. Dabei blieb keine Frage unbeantwortet und manches Erstaunen wurde ausgelöst wegen der Größenordungen, die in der großtechnischen Chemie gelten. .
Bei der Werksrundfahrt konnte Frau Palmert aufzeigen, was das Besondere an einem Verbundstandort in der chemischen Industrie ausmacht und inwiefern alle Betriebe auf dem Gelände irgendwie voneinander abhängen, sich zuarbeiten oder Produkte weiterverarbeiten.
Für die Schülerinnen und Schüler eine bereichernde Erfahrung: "Das ist doch mal etwas ganz anderes als Unterricht im Chemielabor, wenn man sieht, wie die Prozesse in der Großchemie umgesetzt werden", so Mariusz Grauzul aus dem LK 13.
Die Exkursion wurde begleitet vom LK-Lehrer, Herrn Cloerkes. Sie fand statt im Rahmen der regelmäßigen Kontaktarbeit des Technischen Gymnasiums zu Industriebetrieben und Universitäten/Hochschulen der Umgebung.