Informationsplattform des Berufskollegs Uerdingen

Titandioxid-Produktion im Blick

Laboranten/innen besichtigten die Firma Venator Uerdingen GmbH

Der Ausgangsstoff der Produktion: ein schwarzes Erz

Das Endprodukt: ein hochreines weißes Pigment

Am 4. April 2019 besuchte die Klasse CL71 auf dem Gelände des Chemparks in Uerdingen die Produktionsanlage für Titandioxid der Firma Venator Uerdingen GmbH. Dank des persönlichen Engagements des Ausbildungsleiters Herr Jansen wurde diese Veranstaltung möglich gemacht und die Schülerinnen und Schüler der Fachklasse für Chemielaboranten bekamen hier im Rahmen des Unterrichts zur Produktions- und Anwendungstechnik Einblicke in eine großtechnische Produktionsanlage.

Nachdem die Hürde des Werkschutzes gemeistert und alle mit der nötigen Schutzausrüstung - Helm Schutzbrille, Kittel und Arbeitsschuhe – ausgestattet waren, konnte die Besichtigung starten.

Es wurde der komplette Prozessweg vom Erz bis zum fertigen weißen Pigment in der Verpackung betrachtet. Aus einem anthrazit-grauen Erz (Ilmenit) wird über mehrere Schritte, die auch schwarze stark säurehaltige Lösungen enthalten, der hochreine und hochweiße pulverförmige Stoff gewonnen. Dabei haben riesige Reaktionskessel, Filteranlagen sowie Brennöfen und geräuschvoll arbeitende Mühlen die Gruppe nicht nur durch die immensen Ausmaße, sondern auch durch ihre komplexen Funktionsweisen beeindruckt. Um das Alltagsprodukt Titandioxid herzustellen, wird ein riesiger Aufwand getrieben. Es entsteht ein weißer Farbstoff, der uns in vielen Produkten des täglichen Lebens begegnet, wie zum Beispiel Wandfarbe, Zahnpasta oder Sonnencreme. Herr Stephan Jansen, der Leiter der Ausbildung am Standort in Uerdingen, führte die Gruppe mit Unterstützung eines weiteren Kollegen durch die Anlage und informierte über alle Aspekte des Verfahrens und der Produktion. Die Arbeitsorganisation im Wechselschichtbetrieb und die Sicherheitsaspekte wurden ebenso zum Thema gemacht. Dabei kam auch die Erwähnung von Begebenheiten aus der näheren Vergangenheit nicht zu kurz.

Der gesamte Vormittag war rundum gelungen und vor allem informativ. Besonders die Dimensionen in der Großtechnik und das Erleben der Anlagen, die bislang nur in der Theorie für die meisten der Auszubildenden existierten, waren besonders beeindruckend.