Informationsplattform des Berufskollegs Uerdingen

Erfolgreiche Integration von Flüchtlingen am Berufskolleg Uerdingen

Beteiligung an NRW-weitem Pilotprojekt

Bei der Präsentation des BKU-Projektes

 

Erfolgreiche Integration von Flüchtlingen am Berufskolleg Uerdingen

Seit 2015 lässt die „Flüchtlingsdebatte“ Deutschland nicht mehr los. U. A. hört man von Problemen der Integration, zu vielen neuen Menschen auf einmal, Antisemitismus, Streitereien in der Politik, dem Erstarken rechter Parolen. Probleme zu diskutieren und somit Lösungen zu finden, ist natürlich richtig, jedoch wird über die Lösungen und erfolgreiche Wege weniger gesprochen.

Die Internationalen Förderklassen

Wie kann Staat und Gesellschaft reagieren und handeln? Das Technische Berufskolleg Uerdingen versucht als Schule verantwortungsbewusst dem Problem entgegenzutreten und die neu hinzugezogenen Schülerinnen und Schüler bei der Integration zu unterstützen. Hierfür sind vor allem die Internationalen Förderklassen (IF) zuständig. Die Schülergruppen dieser Klassen bestehen zu 95% aus Flüchtlingen, welche aus Syrien, dem Irak, Afghanistan und vereinzelten Ländern Afrikas wie Eritrea oder Guinea stammen. Grundpfeiler einer möglichen Integration für diese Schülerinnen und Schüler sind hierbei der Erwerb von Deutschkenntnissen, Vermittlung von Grundkompetenzen für den Arbeitsmarkt und Darlegung unserer Demokratie und den hiermit verbundenen Werten.

Erwerb der Deutschen Sprache

Der vielschichtige Deutschunterricht soll einen möglichst sicheren Umgang mit der Sprache in Wort und Schrift für den Alltag und die Berufswelt vermitteln. Durch diesen Spracherwerb können die weiteren Grundpfeiler gelegt werden. Ein Patenprojekt zwischen den Regelklassen und den IFs, wobei Gleichaltrige unter sich bleiben können, soll diesen Weg unterstützen.

Berufswelten kennenlernen

Um den Arbeitsmarkt kennenlernen zu können, sollen die Schülerinnen und Schüler über die verschiedenen Berufe nicht nur in Textform informiert werden, auch Schulpraktika sollen ein klareres Bild von den Tätigkeiten und Anforderungen ermöglichen. Einige haben hierdurch bereits Chancen eine Ausbildungsstelle antreten zu können, was durch einen erfolgreichen Schulabschluss gesichert wäre. Daneben werden durch die Maßnahme des Landes NRW „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA) den Schülerinnen und Schülern in Berufsbildungszentren verschiedene Berufsfelderkundungen angeboten. In diesen werden verschiedene Kompetenzen überprüft und ein individuelles Feedback erstellt. Auch die Kontakte zum Krefelder Jobcenter oder verschiedenen Handwerkskammern ermöglichen weitere Perspektiven. Zuletzt versuchen die Lehrerinnen und Lehrer in Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeit die Neuankömmlinge individuell zu fördern und zu beraten. 

Projekt „Demokratie für mich“

Auch die politische Bildung findet vielschichtig statt. Neben dem wöchentlichen Politikunterricht nimmt das Uerdinger Berufskolleg mit den Schülerinnen und Schülern der Internationalen Förderklassen an dem Pilotprojekt „Demokratie für mich“ der Landeszentrale für politische Bildung NRW teil. Innerhalb dieses Projektes werden den Schülerinnen und Schülern Grundwerte des deutschen Grundgesetzes vermittelt, so u. a. Gleichberechtigung und Religionsfreiheit. Im Rahmen dessen werden sie zu einer Reflektion ihrer heimatlichen Werte und Bereiche in diesen Bereichen animiert. Diese werden anschließend mit den in Deutschland vorherrschenden Werten verglichen, damit diese besser nachvollzogen und verstanden werden können. Hier bleibt natürlich weiterhin die demokratische Freiheit, unsere Grundwerte anzunehmen oder abzulehnen, aber am wichtigsten erscheint doch: Sie verstehen das Regelsystem in dem sie leben, ihren Bewegungsfreiraum innerhalb dieser Regeln und natürlich, dass diese Regeln einzuhalten sind. Das Projekt wurde vor kurzem erfolgreich Vertretern der landespolitischen Ebene vorgestellt und eine entsprechende Präsentation wurde durch Schülerinnen und Schüler der IFs des Berufskolleg Uerdingen unterstützt. Zuletzt ist auch die Auszeichnung „Schule ohne Rassismus“ zu erwähnen, welche besonders durch die Schülervertretung vorangetrieben wurde, und im vergangenen Jahr verliehen wurde.

Zuletzt sind die Lehrkräfte zu nennen, welche im stetigen Austausch mit den Klassen, Betreuern, Vormündern und Angehörigen stehen, um bei möglichen Problemen zu helfen, Möglichkeiten aufzuzeigen und zu beraten. Außerdem sind diese Lehrkräfte dafür zuständig alle erwähnten Fördermöglichkeiten anzubieten, anzumelden oder umzusetzen.

Neue Wege finden

All diese Maßnahmen, Projekte und Unterrichtsvorhaben zeigen deutlich die Bestrebungen des Berufskollegs Uerdingen, die neuzugezogenen Schülerinnen und Schüler auf ihren Wegen und ihrer Integration zu unterstützen. Man darf zuletzt nicht vergessen, dass all diese Personen verschiedene Motivationen hatten, nach Deutschland zu kommen und jeder hierfür einen anderen (Leidens-)Weg ertragen hat. Dies kann sowohl interessant wie auch belastend sein, jedoch müssen für all diese Biographien neue Wege gefunden werden, hier in Deutschland anzukommen. Das Berufskolleg versucht individuell und umfangreich diesen neuen Weg der Neuankömmlinge mitzuebnen.